Jahreslosung 2020

Nicht genug. Mangelhaft. Unzureichend. Zu wenig geglaubt. Ist doch klar, dass Jesus da nix tun kann. – Hast du auch schon so gedacht? Ist dir das auch schon eingeredet worden?

 

Ist doch klar, dass die Gemeinde nicht wächst. Wir beten und glauben zu wenig. Wirklich? Kommt es auf meinen Glauben an? 

 

Diese zwei Sätze stehen nicht allein und losgelöst. Sie gehören zu einer Erzählung. Jesus war mit Petrus, Jakobus und Johannes auf dem Berg. Dort erlebten sie die himmlische Herrlichkeit. Als sie zurückkamen, waren die anderen Jünger in einem Streitgespräch mit den Schriftgelehrten. Ein regelrechter Tumult dort. Ein Junge sollte von seiner Epilepsie geheilt werden. Aber die Jünger konnten ihn nicht heilen. Jesus reagierte genervt „Ihr Ungläubigen!“ Dann wandte sich Jesus dem Kind bzw. dessen Vater zu. Resigniert von allen bisherigen Versuchen sagte dieser zu Jesus „Tu etwas, wenn du kannst!“ – worauf Jesus entgegnete „Alles ist möglich für den der glaubt.“

 

Also doch, alle haben zu wenig geglaubt – die Jünger, die Schriftgelehrten sowieso und der Vater auch. Auf Jesu Worte reagierte der Vater mit den zwei Sätzen der Jahreslosung „Ich glaube. Hilf meinem Unglauben!“ Der Vater war zu allem bereit, aber aufgrund von Zweifeln und Enttäuschung über die Jünger Jesu unfähig, fehlte ihm jetzt dieses Vertrauen.

 

Seine Haltung ist jedoch insofern vorbildlich, als er sich sofort in seiner Glaubensarmut aufschreiend an Jesus wendet, um einen derartigen Glauben zu empfangen und einzuüben (ich glaube, hilf du meinem Unglauben), d.h., „ich will vertrauen, verhelfe mir dazu, meinen Zweifel zu überwinden“. Ihm war als einzigem klar, dass er gar nicht so glauben kann, wie es nötig wäre und das brachte er dann auch Jesus gegenüber zum Ausdruck. 

 

Nachdem Jesus seine Jünger gerüffelt hat, könnte man meinen, dass jetzt hier das gleiche mit dem Vater hätte passieren müssen. Doch Jesus gebietet dem bösen Geist, den Jungen zu verlassen und hilft ihm abschließend auf die Beine. Der Junge war geheilt, trotz Unglaubens oder zu wenig Glaube.

 

Das ließ die Jünger nachdenklich werden. Warum nur funktionierte es bei ihnen nicht? Sie hatten es doch genauso wie Jesus gemacht. Also fragten sie Jesus, warum sie den Jungen nicht heilen konnten. Darauf antwortete Jesus „Nur mit Gebet kann diese Art ausgetrieben werden.“ Mit dieser Aussage macht Jesus nun klar, dass ihm die Heilung nur gelang, weil er sich vertrauensvoll an seinen Vater wandte und von ihm alles er-wartete. 

 

Darin steckt der Schlüssel, wie der Glaube sein muss. Zu glauben heißt, alles von Gott zu erwarten, ihm und seinen Möglichkeiten zu vertrauen, nicht den eigenen Fähigkeiten, dem was machbar erscheint, was schon geholfen hat. Zu glauben bedeutet, mein bisschen Glaube Jesus hinzuhalten und zu sagen „Mehr habe ich nicht. Du musst alles machen!“

 

Im Matthäusevangelium beantwortet Jesus die Frage der Jünger, warum es ihnen nicht gelang, den Geist auszutreiben mit den Worten „Weil ihr zu wenig Vertrauen habt! Amen, das sage ich euch: Wenn euer Glaube nur so groß ist wie ein Senfkorn wäre, könnt ihr diesem

 

Berg befehlen: ›Geh von hier nach dort!‹ Und er wird dorthin gehen. Dann wird für euch nichts unmöglich sein.“

 

Dieser Vers brachte einen an Jesus Christus glaubenden Koreaner, der durch Deutschland reiste zu einer besonderen Erkenntnis. Nach einigen Wochen in Bayern fährt er nach Hannover und erlebt die norddeutsche Tiefebene. Sein erster Eindruck: „Hier muss ein sehr frommes Volk leben. Alle Berge sind versetzt.“ Diese Erkenntnis ist nicht sehr schmeichelhaft für uns am Rande des Schwarzwaldes.

 

Glaube, so groß wie ein Senfkorn. Das Senfkorn hat einen Durchmesser von etwa 0,95-1,6 mm und ein Gewicht von etwa 1 mg. Das Senfkorn stand in antiken orientalischen Schriften immer für das besonders Kleine. 

 

Es geht nicht um die Größe des Glaubens, sondern um Vertrauen. Es geht darum, Gott die Not und den Mangel hinzuhalten und zu warten und zu erwarten, dass er seinen guten Weg mit uns geht.  Ja, Glaube kann von Zeit zu Zeit aufgrund meiner Lebensumstände schwach und wackelig werden und Zweifel können sich auftürmen. Vor Jesus muss ich dann keinen großen Glauben vorspielen, sondern darf ihm mein halbes oder viertel Senfkorn hinhalten und rufen:

„Ich vertraue. Hilf mir in meinem Zweifel!“

 

 Andreas Neef

Andacht zur Jahreslosung von Pastor Andreas Neef.

Die Andacht besteht aus 3 Teilen. Erster Teil Predigt, einem Lied und dem zweiten Teil Predigt.

ERSTER TEILPastor Andreas Neef
Frag mich nicht.JPG
ZWEITER TEILPastor Andreas Neef

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