Denke ich an die Jahreslosung 2019

„Suche Frieden und jage ihm nach“

so fällt mir immer dieses Lied ein:

Unfriede herrscht auf der Erde, Kriege und Neid bei den Völkern, und Unterdrückung und Fesseln zwingen so viele zum Schweigen.

Friede soll mit euch sein, Friede für alle Zeit! Nicht so wie ihn die Welt euch gibt, Gott selber wieder sein.

 

Ich habe dieses ursprüngliche polnische Friedenslied in den 80ziger Jahren als Teenager bei den Pfadfindern gelernt. Tatsächlich hatten wir auch polnische Pfadfinder einige Tage zu Besuch.

Die Zeiten des Terrors in Deutschland, Stichwort RAF, gingen zu Ende. Die ersten Anti-Atomkraft- und Friedensbewegungen kamen auf, der Kalte Krieg entspannte sich nach und nach, bis dann 1989 in einem bis dato unerreichten friedlichen Prozess die Mauer fiel.

Es wurde abgerüstet, Hoffnung machte sich breit für ein neues Miteinander der Nationen und Völker. Die Globalisierung nahm, auch mit Hilfe des Internets, seinen Lauf. Wenn man mochte, wusste man, was in anderen Teilen der Welt los ist.

 

Und heute? Schaut man mit offenen Augen in die Welt, gewinnt man den Eindruck, dass sich vieles wieder dahin wendet, wie es vor der Entspannung war.  Dazu kommen Forderungen nach ständiger Mobilität und Anpassungen. War es früher ein Problem, an die richtigen Informationen heranzukommen, so besteht die Herausforderung heute darin, aus der unendlichen Flut an Informationen diejenigen herauszufiltern, welche man benötigt. Gleichzeitig gibt man jeden Tag selbst Unmengen an Informationen preis, mit denen einige Wenige Billionen Dollar verdienen. Die Auswertung von Daten und der Handel damit sind längst ein Riesengeschäft.

 

Da frage ich mich, was ist passiert?

In der Bibel sind viele Stellen zu finden, die beschreiben, was in der Zeit, bevor Jesus wiederkommt, alles geschehen wird. Auch unserem Vers auf der Titelseite aus Johannes 14 folgt mit Vers 30 der folgende:

 

„Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt.“

 

Dies macht mich einerseits ruhig - oder soll ich sagen „zu-frieden“. Ich weiß, dass, egal was passiert, ich auf meinen Gott zählen kann. Gleichzeitig macht es mich aber auch traurig und auch wütend, wenn ich das Unrecht sehe. 

Bei allem muss ich auch an meinen Vater denken. Aufgewachsen und in einfachen Verhältnissen gelebt, verstarb er 2007 nach wenigen Jahren Krankheit. Fragte man ihn früher und auch in der Zeit der Krankheit, wie es ihm gehe, so sagte er immer „Ich bin zufrieden“. Trotz der Krankheit und der Schmerzen. Er war mit sich im Reinen und zeigte dies auch. Er war zufrieden mit dem was er hatte. 

 

Dann denke ich, wenn doch alle Menschen auf der Welt mit sich selber zufrieden wären, dann gäbe es keinen Grund mehr für Neid, Missgunst, Rechthaberei, Machtmissbrauch. Wie können wir das erreichen? Kann der Mensch von sich aus Frieden machen?

Früher dachte ich immer, dass es einfach Menschen gibt, die von sich heraus einen gutmütigen Charakter haben und gute Dinge tun. Und dann eben auch Leute, bei denen es nicht so ist, die eher Unfriede stiften.

Gott sagt uns, dass er uns seinen Frieden gibt. Er kann dies, weil er der Friedefürst ist. Und dieser Frieden ist anders als ein Frieden wie ihn die Welt macht. Die Geschichte zeigt leider, dass ein von Menschenhand gemachter Frieden sich oft ganz schnell wieder in das Gegenteil gewandelt hat.

Ich kann von mir heraus vielleicht eine Zeit lang friedfertig sein- aber wehe einer kommt mir krumm daher. Dann……..Gerade während ich mir Gedanken hierzu mache, werde ich selber herausgefordert bei einer Sache zu-frieden zu bleiben.

In mir reift immer mehr die Überzeugung, dass ich zuerst Gottes Frieden und Liebe in mir brauche.

Lassen wir uns von Gott mit seinem Frieden beschenken, damit wir diesen Frieden auch weitergeben können.

 

Und unser Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

Dies wünsche ich euch von ganzem Herzen

 

Euer Klaus Bürgin

SUCHE FRIEDEN

UND JAGE IHM NACH !

Psalm 34,15

Foto: Claudia Wylegalla/Irland

Internationale Baptistengemeinde Waldshut

Wo Menschen Heimat finden